Das Thema Desertion in der Literatur

Das Thema „Desertion“ in der Literatur        Eine kleine Auswahl

Sprüche
Faktisch waren die Dinge so, wie ich sie erzähle, .... warum sollte ich sie zu entstellen suchen? Zu hoffen habe ich nichts und fürchten will ich nichts. (Johann Gottfried Seume)


Söhnke Neitzel:
Abgehört: Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft 1942–1945;
Propyläen Verlag, 2005; 633 S., 26,80 €
http://www.zeit.de/2005/42/P-Neitzel-TAB?page=all

Johannes Hürter:
Hitlers Heerführer. Die deutschen Oberbefehlshaber im Krieg gegen die Sowjetunion 1941/42;
Oldenbourg Verlag, 2006; 719 S., 49,80 €,
http://www.zeit.de/2007/07/P-Huerter?page=2

Frank Bührmann-Peters, Dissertation: Ziviler Strafvollzug für die Wehrmacht. Militärgerichtlich Verurteilte in den Emslandlagern 1939 – 1945
http://elib.ub.uni-osnabrueck.de/publications/diss/E-Diss216_thesis.pdf

Ulrich Sander, Helmuth Prieß, Lorenz Knorr, Martin Z. Schröder, Claire Marienfeld:
Szenen einer Nähe. Vom großen RechtsUm bei der Bundeswehr,
Bonn 1998, Verlag: Pahl-Rugenstein Verlag; Auflage: N.-A. (August 2001), ISBN-10: 3891442580, ISBN-13: 978-3891442586

Peter Brückner:
Das Abseits als sicherer Ort. Kindheit und Jugend zwischen 1933 und 1945, Berlin 1980

Erich Fromm:
Über den Ungehorsam und andere Essays.
Taschenbuch: 171 Seiten, Verlag: dtv; Auflage: Neuaufl. (1993)
ISBN-10: 3423350121, ISBN-13: 978-3423350129

Ursula Heukenkamp:
Fahnenflucht und Vaterlandsverrat? Erwiderung auf Günter Hartung, in: Z.f.Germ. 10 (1989), S. 470-476; hier S. 472; dies.: Vorschläge zur Friedensforschung, in : WB 34 (1988), H. 1, S. 7-16.

Adolf von Harnack:
Militia Christi, Tübingen 1905 (Tertullian: De idolatria, c. 19).

W. Seston:
Artikel “Fahnenflucht”, in: Reallexikon f. Antike u. Christentum, Bd. 7, Stuttgart 1969, Sp. 286.

Karlheinz Deschner:
Kriminalgeschichte des Christentums, Bd. 1, Reinbek 1986, S. 253, 261 f.

Norbert Haase: Deutsche Deserteure, Berlin 1987, S. 66.

R. von dem Knesebeck (Hg.)
In Sachen Filbinger gegen Hochhuth. Die Geschichte einer Vergangenheitsbewältigung, Reinbek 1980.

Jörg Kammler: Ich habe die Metzelei satt und lange über. Kasseler Soldaten zwischen Verweigerung und Widerstand (1939-1945). Eine Dokumentation, Fuldabrück 1985;

Erich-Rudolf Greulich: Zum Heldentod begnadigt

Wolfgang Joho,
Die Hirtenflöte : Erzählung, Mit Zeichn. von Hans Mau, Leipzig : Insel-Verlag, 1952, 65 S.

Albrecht Goes:
Unruhige Nacht, Hamburg: Wittig, 1988. Mit Nachwort des Autors. 89 Seiten (s.a. Filme)

Dietrich Güstrow:
Tödlicher Alltag - Strafverteidiger im Dritten Reich. Berlin 1981

Manfred Messerschmidt:
Deutsche Militärgerichtsbarkeit im Zweiten Weltkrieg, in: Die Freiheit des Anderen. Festschrift für Martin Hirsch, hrsg.v. H.J. Vogel (u.a.), Baden-Baden 1981, S. 111-142;

Manfred Messerschmidt /Fritz Wüllner:
Die Wehrmachtjustiz im Dienste des Nationalsozialismus, Baden-Baden 1987, S. 90-131;

Manfred Messerschmidt
Die Wehrmachtjustiz 1933-1945
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2005, ISBN 3506713493,, 511 Seiten

Alexander-Seitz Geschichtswerkstatt Marbach und Umgebung e.V.:
»Für mich ist der Krieg aus«. Fahnenflucht, Verurteilung und Exekution des Erwin Kreetz in Kleinbottwar im April 1945, Marbach a.N. 1987.

Stefan Reineke (Marburg):
Der Oberstleutnant und die Deserteure, in: taz v. 3.8.1988, S, 5;
Petra Heilingbrunner:
Du schweigst oder fliegst. Ein Denkmal für Deserteure?, in: Die Zeit v. 2.9.1988, S. 17;
Stefan Koldehoff:
Schießausbildung in Wuppertal. Hunderte von Deserteuren im März 45 in der Wuppertaler Sagan-Kaserne hingerichtet?, in taz v. 11.3.1989, S. 12.

Militärlexikon (Autorenkollektiv), 2Bde., Berlin 1971, S. 188 f.

Rolf Hochhuth: Filbinger

Ekkehart Krippendorff:
Staat und Krieg. Die historische Logik politischer Unvernunft, Frankfurt/Main 1985.

Walter Kolbenhoff:
-    Heimkehr in die Fremde. Roman, Verlag: Suhrkamp Verlag KG (1987), Broschiert: 225 Seiten, ISBN-10: 3518379844, ISBN-13: 978-3518379844
-    Von unserm Fleisch und Blut, Verlag: Fischer-TB.-Vlg.,Ffm; Auflage: N.-A. (1983), ISBN-10: 3596220343, ISBN-13: 978-3596220342

Wolfdietrich Schnurre:
 Der Schattenfotograf. Aufzeichnungen :(List Bibliothek),: 524 Seiten, Verlag: List; Auflage: Neuausg. (August 1998), ISBN-10: 3471777563, ISBN-13: 978-3471777565

Christa Wolf: Kassandra, Darmstadt 1983, S. 7, 36, 156.

Hermann Kant/Frank Wagner:
Die große Abrechnung, in: NDL 5 (1957) H. 12, S. 124-139; hier S. 135.

Peter Sloterdijk:
Kritik der zynischen Vernunft, Bd. 1 u. 2, Frankfurt/Main 1983, Bd. 2, S. 403 ff.

Bertolt Brecht
Der verwundete Sokrates, in:: Gesammelte Werke (Werkausgabe edition suhrkamp), Frankfurt/Main 1967, Bd. 11, S. 286-303;

Brecht, Bertolt: Kriegsfibel. Hrsg.: Ruth Berlau. 1.-10. Tsd. Berlin : Eulenspiegel, 1955. 70 S.
Die Fotos sammelte Brecht während der Zeit seines Exils aus Zeitungen. Sie zeigen Geschehnisse des Krieges - Schnappschüsse von Tätern und Opfern, Dokumente der Zerstörung und des Leidens. Die 1955 als Kriegsfibel veröffentlichten neunundsechzig Bilder folgen einer inneren Logik der Zeit, der Orte und der Themen. Die Texte fügen den Fotos in der Kürze von vier Zeilen eine Betrachtungsebene hinzu. Brecht nannte sie "Fotoepigramme". Sie erklären nicht, sie kommentieren. Sie mildern kein Elend, sie verweisen auf dessen Ursache und Kontext.

Gerhard Zwerenz:
-    „Soldaten sind Mörder”. Die Deutschen und der Krieg, München 1988, S. 417-424.
-    Vergiss die Träume deiner Jugend nicht, Eine autobiographische Deutschlandsaga (Hamburg 1989

Dorothee Sölle:
Für die unbekannten Deserteure. Rede in Bonn am 1.9.1989 (Manuskript), in: Denk-mal für die Unbekannten Deserteure, S. 42 f.

Heinrich Böll:
-    Wo sind die Deserteure?
-    Als der Krieg ausbrach. Erzählungen, München 1965, S. 199-261 (Erstveröffentl.: 1964).
-    Wo sind die Deserteure?
-    Trompetenstoß in schwüle Stille
-    Heinrich Böll: Trompetenschoß in schwüle Stille, in: Welt der Arbeit (Köln) v. 28.11.1952; abgedr. in: Über Alfred Andersch; hrsg.v. G. Haffmanns, Zürich 1974, S. 48 f.

Heinar Kipphardt:
Der Mann des Tages und andere Erzählungen, Müncehn 1977, S. 163-220.

Hugo Hartung:
Der Deserteur oder Die große belmontische Musik, München 1948, S. 48, 50, 53.

Tschingis Aitmatow:
Aug in Auge, aus d. Russischen übers. v. H. Herboth, Zürich 1989.

Walter Hinck: Berührung mit Brennnesseln. Die späte Entdeckung eines frühen Romans von Wilhelm Lehmann, in: FAZ v. 19.5.1989;

Wilhelm Lehmann:
Der Überläufer : Roman, Gütersloh : S. Mohn, 1962 (Erstausgabe!), 285 S.
Wilhelm Lehmanns Roman »Der Überläufer« ist wie viele seiner prosaischen Werke autobiographisch fundiert. Der Theologiestudent Kreishöfer erzählt darin die Geschichte des Deserteurs Hanswilli Nuch während des ersten Weltkriegs. Ende der zwanziger Jahre geschrieben, in der großen Zeit der Kriegs- und Antikriegsliteratur, konnte das Werk, in gekürzter Fassung, erst 1962 veröffentlicht werden.

Alfred Andersch:
-    Die Kirschen der Freiheit. Ein Bericht, Zürich 1971 (Erstveröffentl.: 1952), S. 81.
-    Flucht in Etrurien. Zwei Erzählungen und ein Bericht, Zürich 1981, S. 142.
-    Winterspelt

Hans-Dieter Richter: Die Geschlagenen

Wolf Biermann
Affenfels und Barrikade. Gedichte, Lieder, Balladen, Köln 1986, S. 154 f.

Ingeborg Bachmann
Alle Tage. In: Die gestundete Zeit.
München: Piper 1957 (Erstausgabe 1953), S. 28.

Der Krieg wird nicht mehr erklärt,
sondern fortgesetzt. Das Unerhörte
ist alltäglich geworden. Der Held
bleibt den Kämpfen fern. Der Schwache
ist in die Feuerzonen gerückt.
Die Uniform des Tages ist die Geduld,
die Auszeichnung der armselige Stern
der Hoffnung über dem Herzen.

Er wird verliehen,
wenn nichts mehr geschieht,
wenn das Trommelfeuer verstummt,
wenn der Feind unsichtbar geworden ist
und der Schatten ewiger Rüstung
den Himmel bedeckt.

Er wird verliehen
für die Flucht von den Fahnen,
für die Tapferkeit vor dem Freund,
für den Verrat unwürdiger Geheimnisse
und die Nichtachtung
jeglichen Befehls.

http://www.uni-klu.ac.at/ide/2-03GEDICHT.pdf

Erfahrungsberichte
Nur wenige Militärjustizopfer schrieben ihre bitteren Erfahrungen nieder. Hingewiesen sei auf:

Horst Schluckner
Sklaven am Eismeer,1956, als Wiederveröffentlichung abgedruckt in: Fietje Ausländer (Hg.): Verräter oder Vorbilder, Deserteure und ungehorsame Soldaten im Nationalsozialismus, Edition Temmen, 1990, ISBN 3-926958-26-X.

Hans Frese
Bremsklötze am Siegeswagen der Nation. Erinnerungen eines Deserteurs an Militärgefängnisse, Zuchthäuser und Moorlager in den Jahren 1941-1945. Herausgegeben und mit ergänzenden Beiträgen von Fietje Ausländer und Norbert Haase, Bremen 1989.

Karl-Heinz Hoffmann
Am Eismeer verschollen. Erinnerungen aus der Haftzeit in faschistischen Strafgefangenenlagern in Nordnorwegen, Berlin/DDR 1988;

Willi Belz
Soldat gegen Hitler. Ein Antikriegsbuch, Köln 1987;

Herward Beschorner
Centralino - 3mal Klingeln. Ein Deserteur erzählt, Frankfurt a.M. 1989;

Regionale Ansätze
Jörg Kammler:
-    Ich habe die Metzelei satt und laufe über ... Kasseler Soldaten zwischen Verweigerung und Widerstand (1939 – 1945). Eine Dokumentation, Fuldabrück 1985.
-    Politische und moralische Wiedergutmachung erforderlich! Stellungnahme zur Frage der Wiedergutmachung an deutschen Soldaten des Zweiten Weltkrieges, die wegen Verweigerungs- oder Widerstandshandlungen durch NS-Kriegsgerichte und/oder andere Institutionen des Staates verfolgt wurden(September 1987) in: DIZ-Nachrichten (Mitteilungsblatt des DIZ Emslandlager), Nr. 9, 1988, S. 6-11.

Alexander-Seitz-Geschichtswerkstatt Marbach und Umgebung (Hrsg.), „Für mich ist der Krieg aus". Fahnenflucht, Verurteilung und Exekution des Erwin Kreetz in Kleinbottwar im April 1945, Marbach a. N. 1987.

Jakob Knab/Ernst T. Mäder:
Das Lächeln des Esels. Das Leben und die Hinrichtung des Allgäuer Bauernsohnes Michael Lerpscher (1905-1940), Kaufbeuren 1987.

Kraft, Thomas:
Fahnenflucht und Kriegsneurose. Gegenbilder zur Ideologie des Kampfes in der deutschsprachigen Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg. Epistemata: Reihe Literaturwissenschaft 119. 203 S., broschiert. ISBN 388479910X
Würzburg: Königshausen und Neumann, 1994.

Kurzinfo
"Wo sind die Deserteure? Wo sind die Eltern, sind die Freunde, die Brüder und Schwestern dieser erschossenen Deserteure, deren Leichen man auf die Schwelle des Friedens häufte? [...] Und wo sind die Deserteure, die sich in den zerstörten Städten verbargen, in Dörfern und Wäldern, wartend auf die Alliierten, die für sie damals wirkliche Befreier waren? Haben sie Angst vor den gründlich ihnen eingeimpften Phrasen, die Fahneneid, Vaterland, Kameradschaft heißen?" Diese schon 1953 von Heinrich Böll mit Besorgnis vorgetragenen Fragen weisen auf einen bis in unsere Tage in Deutschland weitgehend unverändert existierenden gesellschaftspolitischen Missstand hin, nämlich auf das Totschweigen, die Diskreditierung oder gar Kriminalisierung jenes Verhaltens im Zweiten Weltkrieg, das als Verweigern militärischen Gehorsams gegen den Wahnsinn des Krieges gerichtet war. Erst die Mitte der achtziger Jahre in Gang gekommene Debatte über die Errichtung von Gedenkstätten für Deserteure (neben den bereits zahlreich existierenden Heldendenkmälern für den unbekannten Soldaten des Zweiten Weltkrieges) rückte diese Problematik in das Interesse einer breiteren Öffentlichkeit, allerdings nicht ohne zu einer Verhärtung der Positionen bei den Diskussionsteilnehmern zu führen. Bis dato blieb es im wesentlichen Literaten vorbehalten, für diesen sensiblen Problembereich Pionierarbeit zu leisten, ein Umstand, dem im Rahmen dieser Untersuchung nachgegangen werden soll. So gibt es, wie Bodo Scheurig 1979 erstmals bedauerte, bis heute "keine Geschichte der Desertion und der Deserteure". Eine offizielle Anerkennung und Rehabilitierung der circa zwanzigtausend aufgrund angeblicher Wehrkraftzersetzung so zu Tode gekommener Opfer des NS-Terrors wie der Überlebenden in einer differenzierenden Form steht bis heute aus.
http://www.booklooker.de/buecher.de/app/detail.php?bookID=408438941

Brennende Erde. Verse eines Kämpfers
aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Impressum
Copyright 1920 by Kurt Wolff Verlag in München
Druck von E. Haberland, Leipzig
http://de.wikisource.org/wiki/Brennende_Erde

DAS JUNGE DEUTSCHLAND (1830-1835)/ VORMÄRZ* (1830-1850)
Litheratur des jungen, liberalen, demokratischen Deutschlands des Vormärz.
http://oregonstate.edu/instruct/ger341/heine.htm
http://gutenberg.spiegel.de/autoren/heine.htm

Manifest der 93
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Das Manifest der 93 war ein im September 1914 von dem Schriftsteller Ludwig Fulda erstellter „Aufruf an die Kulturwelt“, in dem sich die Unterzeichner im Namen der Kultur vorbehaltlos mit der deutschen Kriegführung des Ersten Weltkriegs solidarisierten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Manifest_der_93



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