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Selbstverständnis der Georg Elser Initiative Bremen e.V.


Georg-Elser-Initiative Bremen e.V.
Schirmherr Hans Koschnick, Bürgermeister a. D.


Johann Georg Elser verübte am 8.11.1939 im Bürgerbräukeller in München ein Attentat auf Hitler. Sein zentrales Motiv war: »Ich habe den Krieg verhindern wollen«.

Hitler verlässt jedoch kurz vor der Explosion den Saal und entkommt so dem Anschlag. Georg Elser wird bei seinem Versuch in die Schweiz zu entkommen festgenommen und nach Internierung im KZ Sachsenhausen und KZ Dachau dort am 9.4.1945 ermordet.

in der Absicht, die Erinnerung an Elsers Mut und Zivilcourage wach zu halten und ihn als Vorbild entschiedenen Friedensbewusstseins zu würdigen, wird 1998 die Georg-Elser-Initiative Bremen (GEIB) gegründet.

Seither haben wir zahlreiche Veranstaltungen organisieret, siehe Projekte.

Seit dem Gründungstag ist Bürgermeister a. d. Hans Koschnick Schirmherr unserer Initiative! 10 Jahre später begründet er auf einer Veranstaltung zu seinen Ehren (siehe: Hans Koschnick –
10 Jahre Schirmherr der Georg-Elser-Initiative Bremen), sein Engagement für Georg Elser: „Meine Beziehung zu Georg Elser ist vor allem darin begründet, dass hier ein Mann aus dem Volke aus eigener Überlegung zu einer Entscheidung gekommen ist: Dieser Hitler ist eine Gefahr für das Volk. Es droht Krieg bzw. ich muss etwas gegen den stattfindenden Krieg tun, während viele andere Leute sich zurückgezogen hatten und sagten, das geht alles gar nicht, hat hier einer ganz für sich allein nachgedacht, gearbeitet, gebastelt, um etwas zu erreichen, dass, wenn es ein Erfolg gewesen wäre, Europa und Deutschland viel Schaden erspart hätte.“

Was Europa und Deutschland erspart geblieben wäre, beschreibt Claus Christian Malzahn in seinem Beitrag „Hitler-Attentäter Elser – Dreizehn Minuten, die der Weltgeschichte fehlen“, in unserem Buch Georg Elser – Ein Attentäter als Vorbild.

„Hitler begann seine Rede im Bürgerbräukeller wegen des Nebels in München 30 Minuten früher als geplant bereits um 20.00 Uhr, um den Nachtzug nach Berlin noch zu erwischen. Der Führer verließ den Saal um 21.07 Uhr. Das schlechte Wetter rettete ihm das Leben. Um 21.20 Uhr detonierte eine Bombe, die in einer Säule versteckt gewesen war. Die Wucht der Explosion war so groß, dass die Decke teilweise einstürzte. Acht Menschen starben, über 60 wurden zum Teil schwer verletzt. Hitler saß bereits in einer geheizten Limousine und war auf dem Weg zum Bahnhof.

Die 13 Minuten des 8. November 1939 waren die teuersten in der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Sie haben die Menschheit in nicht einmal sechs Jahren, zwischen 1939 und 1945, über 50 Millionen Leben gekostet. Mindestens 5,6 Millionen Juden wurden in Europa von den Nazis ermordet. Für die Deutschen bedeuteten diese 13 Minuten am Ende: Flucht, Vertreibung - und Teilung.

Was wäre passiert, wenn Elser Erfolg gehabt hätte?
Natürlich weiß man nicht, wie die deutsche Geschichte verlaufen wäre, wenn ein Attentat Hitler im Herbst 1939 aus dieser Welt geworfen hätte. Der Zweite Weltkrieg war schon im Gange; zwar noch nicht im Westen, aber deutsche Panzer rollten bereits durch Warschau. Es ist nicht sicher, ob sich die Wehrmacht nach Hitlers Tod sofort aus dem eroberten Territorium zurückgezogen hätte. Und wie lange hätte es gedauert, bis die Deutschen das Regime gestürzt und die Demokratie eingeführt hätten?

Aber zu einem Weltenbrand mit 50 Millionen Toten wäre es wohl nicht gekommen. Hätten wir diese 13 Minuten im November irgendwie über die Zeit retten können, wäre unser aller Leben, vor allem das unserer Eltern und Großeltern und ihrer Altersgenossen in Europa, friedvoller verlaufen. Ohne Hitler ist der Holocaust schwer vorstellbar. Auschwitz wäre nach seinem Tod wohl ein weiterhin unbekanntes Städtchen im mitteleuropäischen Niemandsland geblieben; polnisch oder deutsch verwaltet, möglicherweise bekannt für seine Fabrik am Ortseingang, aber mit Sicherheit kein Synonym für das Grauen und den organisierten, millionenfachen Tod unschuldiger Männer, Frauen und Kinder.

Hätte man uns die 13 Minuten gelassen, würde man in der deutschen Geschichte eine Menge Abkürzungen vergeblich suchen: Es gäbe keine »BRD« und keine »DDR«; aber auch »SED« und »CDU«, »FDJ« und »ARD« und eine »FU Berlin« gäbe es ebenso wenig wie »VEB« und »FDP«. Das Bundesland Sachsen wäre ein Hort der deutschen Autoindustrie, deshalb vermutlich reicher als Baden-Württemberg, und hätte wahrscheinlich zwei oder drei Fußballmannschaften in der ersten Liga zu spielen. Königsberg wäre nicht nur der in seiner Nähe liegenden Sanddünen wegen ein beliebter deutscher Ausflugsort. Wenn Hitler am 8. November ums Leben gekommen wäre, hätte kein Mensch auch nur die leiseste Ahnung, was die »deutschdeutsche Frage« sein könnte.
(Der komplette Text des Buches „Georg Elser – Ein Attentäter als Vorbild“ steht als PDF-Datei zur Verfügung   )

In unseren öffentlichen Veranstaltungen, die wir seit Gründung der Georg-Elser-Initiative Bremen (GEIB) durchgeführt haben, „machen wir die Erfahrung, dass unsere auf die Zeit des Nationalsozialismus bezogenen Projekte ein positives Echo finden. Sie entsprechen offensichtlich dem stillschweigenden antifaschistischen Konsens, der die im „Dritten Reich“ begangenen Verbrechen, die dort ausgeübte Gewalt, Entrechtung und Entmenschlichung kritisiert und den dagegen ausgeübten Widerstand positiv herausstellt. Demgegenüber wurden Projekte, die aktuelle gesellschaftliche Fragen aufgriffen, im Einzelfall von bisherigen Kooperationspartnern und Behörden kritisch hinterfragt oder sogar abgelehnt!“
(Auszug aus dem Beitrag von Achim Rogoss „Aus (welcher) Geschichte lernen? „1932Heute!“ in unserem neuen Buch: Achim Rogoss (Hg.) Wir sind empört! Gegen die Zerstörung des Sozialstaates und den Angriff auf unsere Grundrechte.

Auf dem Cover macht der Verlag zum Inhalt des Buches folgende Angaben: Die Aushöhlung der Grund– und Freiheitsrechte erzeugt Wut, aber auch Desinteresse an der Politik und Angst vor weiterem Unrecht. In der Folge halten Bürger sich mit öffentlichen Meinungsäußerungen zurück, woraufhin der Staat ihre geheime, umfassende Ausspähung und Überwachung ausbaut, die er ohnehin als substantiellen Bestandteil einer wehrhaften demokratischen Politik betrachtet.

Im Gegensatz zu widerständigem Handeln der Bürger kann der Staat aufgrund langer Traditionen auf bewährte Strategien zur Durchsetzung seiner Ziele zurückgreifen – Expertenwissen aus der NS-Zeit inbegriffen. So drängt sich die Frage auf, ob »der Staat« überhaupt aus der Geschichte lernen will bzw. aus welcher Epoche der Geschichte er welche Lehren zieht?

Ist seinen Repräsentanten bewusst, dass sie, wenn sie weiter die Politik des »staatlich verordneten Sozialdarwinismus« fortsetzen und durch vielfältige Maßnahmen die Gesellschaft spalten z. B. durch eine Politik zur Schwächung der Lohnabhängigen, dem Extremismus der Mitte unverdrossen zuarbeiten? Oder ist es richtigerweise so, dass es sich nicht um Fehlentwicklungen, sondern um menschenfeindliche Ergebnisse einer konsequent betriebenen neoliberalen Politik handelt?

Experten und engagierte Bürger beschreiben die Entwicklung der letzten zwei Jahrzehnte in unserem Land. Schwerpunkte dabei sind:
-    Welches Geschichtsbild herrscht bei uns?
-    Sind auf dem Weg in einen legalen Polizeistaat?
-    Was passiert mit Millionen von Hartz IV-Empfängern auf den Ämtern?
-    Wie kann Arbeit gerechter verteilt werden?
-    Wer profitiert von der Spaltung der Gesellschaft?“

Hier erhalten Sie weitere Informationen zu dem Buch: Wir sind empört! Gegen die Zerstörung des Sozialstaates und den Angriff auf unsere Grundrechte  

Die Internetseite http://www.georg-elser.net/ ist die zentrale, bestens gepflegte Informationsquelle für Alle, die sich über Georg Elser informieren möchten. Die Seite ist u. a. verlinkt mit den bestehenden örtlichen Elser - Gruppen.




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