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Eröffnungsveranstaltung: „Was damals Recht war…“ Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht.


Freitag, 29.5.09,
ab 16.00 Uhr,
Obere Halle des Alten Rathauses


Programmablauf:

Streichquartett Nr. 8 c-moll op. 110.

Gewidmet den Opfern des Faschismus und des Krieges! Dmitri Schostakowitsch (1906 1975)
Ausführende: Streichquartett der Bremer Philharmoniker.

Prof. Dr. Manfred Messerschmidt
Vortrag: Soldaten im Blick des Richters im Unrechtssystem

Kurzbiografie
Von 1970 bis 1988 Leitender Historiker am Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Freiburg im Breisgau. Von 1973 bis 1988 Präsident der „Internationalen Gesellschaft für Wehrrecht und Kriegsvölkerrecht“ sowie Generalsekretär des „Deutschen Komitees für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs“. 1987 bis 1988 Mitglied der „WaldheimKommission“, wo seine Forschungen wesentlich zur Aufklärung der wahren NSVergangenheit des ehemaligen UNGeneralsekretärs und späteren österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim beitrugen.

Ludwig Baumann
Vortrag: Man muss den Krieg verraten. Kampf für die Rehabilitierung der Wehrmachtsdeserteure und eine Kultur der Gewaltfreiheit.

Kurzbiografie
Wehrmachtsdeserteur. Vorsitzender der Bundesvereinigung Opfer der NSMilitärjustiz e.V. In dieser Funktion hat er maßgeblich mit dazu beigetragen, dass die NS-Unrechtsurteile für Wehrmachtsdeserteure ab dem 17. 05. 2002 durch ein Bundesgesetz aufgehoben wurden.

Ehrung von Ludwig Baumann

durch den Präsidenten des Senats, Bürgermeister Jens Böhrnsen:
Einer der sich wehrte  Von der Todeszelle zur Rehabilitierung durch den Deutschen Bundestag  Ludwig Baumanns Kampf um die Würde!


Streichquartett Nr. 8 c-moll op. 110
Gewidmet den Opfern des Faschismus und des Krieges!

Von Dmitri Schostakowitsch (1906 - 1975)

Während der Stalinzeit bestimmte einzig der Diktator über das Schicksal von Schostakowitsch. Vor allem nach 1948 attackierte Stalin ihn heftig. Schostakowitschs eigenes Schaffen kann jedoch niemals antikommunistisch ausgelegt werden, denn in seinem Werk äußert sich eine tiefe Verbundenheit mit dem individuellen Leiden der einfachen Menschen.

Dmitri Schostakowitsch weilte im Sommer 1960 in Dresden. Sein Aufenthalt in der zerstörten Stadt ließ in dem Komponisten eine Trauermusik aufsteigen, die er zwischen dem 12. und 14. Juli 196o als Streichquartett Nr. 8 c-moll op. 110 zu Papier brachte.

Schostakowitsch widmete das Werk den „Opfern des Faschismus und des Krieges", den Getöteten wie den Überlebenden mit ihren körperlichen und psychischen Verletzungen. Einer dieser Überlebenden ist der Komponist selber, der seine Trauer, Verzweiflung, seelischen Verletzungen und seine Wut über die sinnlose Vernichtungsmaschinerie von Kriegen ausdrückt. Eine sehr persönliche, intime musikalische Aufarbeitung also, die sich auch darin ausdrückt, dass Schostakowitsch gerade in diesem Opus sehr viele Zitate aus eigenen Werken verarbeitet, die in seiner persönlichen und kompositorischen Entwicklung besondere Bedeutung hatten, weshalb sich auch die Toninitialen von Dmitri Schostakowitsch (D,Es,C,H) vom ersten Satz an durch das Werk ziehen. Das Streichquartett gilt allgemein als Meisterstück der Gattung.

Schostakowitsch schuf ein erschütterndes Requiem ohne Worte. Die fünf Sätze (Dauer 24 Minuten) gehen ohne Unterbrechung ineinander über. Nach dem düsteren ersten Satz mit einem bohrenden Fugato über das D,Es,C,H  Motiv bricht im zweiten Satz mit martialischen Akkorden der furchtbare Gleichschritt der Kriege an, der nach dem Aufschreien der Verfolgten in einem makabren Totentanz mündet. Da kippt die Musik plötzlich von lauter Verzweiflung in einen grotesken Walzer, eine Erinnerung an die Gefangenenorchester, die in den Konzentrationslagern und Gettos für die Folterknechte aufspielen mussten. Der dritte Satz befreit mit einem energischen Thema von dem makabren Klangbild. Nach diesen „Dies irae"  Abschnitten in symphonischer Gewalt folgen im vierten Satz ein „Lacrimosa"  Trauerzug (mit dem Thema des Arbeiterliedes „Ihr Opfer der Flammen") und ein inniges „Lux aeterna". Der Finalsatz ist ein schmerzhaftes Suchen nach Trost. Die Resignation ist der ständige Begleiter des Suchenden.

Quellen:
http://www.kammerorchester.com/de/werke/view?id=514
http://de.wikipedia.org/wiki/Dmitri_Dmitrijewitsch_Schostakowitsch

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