Dieter Schenk spricht über früheren Bremer Richter Kurt Bode


Weser-Kurier    Stadtteilkurier vom 17.6.2009    Vergleichen Sie bitte auch die Ankündigung unter Begleitprogramm

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Karriere trotz NS-Belastung
Dieter Schenk spricht über früheren Bremer Richter Kurt Bode

Altstadt (scd). Erst durch Dieter Schenks Buch "Die Post von Danzig - Geschichte eines deutschen Justizmords" wurde 1996 die Nazi-Vergangenheit von Kurt Bode, nach dem Krieg Richter am Oberlandesgericht Bremen, bekannt. Am Mittwoch, 17. Juni, ist Schenk, der als Kriminalbeamter beim Bundeskriminalamt tätig war, im Rahmen der Ausstellung "Was damals Recht war" in Bremen zu Gast und berichtet ab 19 Uhr auf einer öffentlichen Veranstaltung im Schwurgerichtssaal des Landgerichts, Domsheide 16, über seine Recherchen.

1939 verurteilte Bode als Vorsitzender eines Feldkriegsgerichts 38 Postler, die das Danziger Postamt gegen SS- und SA-Leute verteidigt hatten, wegen "Freischärlerei" zum Tode. Die Postler wurden erschossen. Bode wurde nie belangt und machte nach dem Krieg eine steile juristische Karriere.

1998 kam es aufgrund von Schenks Buch auf Anordnung des Bundesgerichtshofs zur Wiederaufnahme des Prozesses von 1939 vor dem Landgericht Lübeck. Er endete mit einem posthumen Freispruch der Postverteidiger. Das Gericht stellte fest, dass seinerzeit die Nazi-Juristen "ihre Amtspflichten verletzten" und eine "Verurteilung um jeden Preis" erfolgte. Diese vorsätzliche Rechtsbeugung stempelte Bode, seit 1933 NSDAP-Mitglied, quasi zum Mörder, er war allerdings inzwischen verstorben.


 

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