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Evangelische Seelsorge in der Bundeswehr in kritischer Solidarität - aber mit wem?


Lehren in der Evangelischen Kirche in Deutschland aus der Aufarbeitung der NS-Militärgerichtsbarkeit für ihr heutiges Friedenshandeln

Ein Gesprächsforum mit:
•    Pastor Renke Brahms (Schriftführer der Bremischen Evangelischen Kirche BKE und Friedensbeauftragter der EKD – Evangelische Kirche Deutschlands),
•    Militärpfarrer Uwe Kolesch (Seedorf),
•    Ludwig Baumann (Vorsitzender der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e.V.) und
•    Oberstleutnant a.D. Helmut Prieß (Arbeitskreis Darmstädter Signal, Swisttal)

Montag, 8. Juni 2009, 18.00 – 20.00 Uhr
forum kirche, Hollerallee 75

Veranstalter: Evangelisches Bildungswerk Bremen


Ludwig Baumann hat einsame Kämpfe austragen müssen, seit er 1942 als 21-jähriger wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt wurde, 10 Monate ohne Kenntnis von der Umwandlung der Todesstrafe in eine 12-jährige Zuchthausstrafe in der Todeszelle saß und den Krieg in einer Odyssee durch KZs und Gefängnisse überlebte. Der Nachkriegsgesellschaft galt er als Feigling und Verräter. Nach schweren Jahrzehnten gründete er 1990 mit 36 Leidensgenossen die „Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e.V.“ und erreichte 2002 die Rehabilitierung von Deserteuren und Kriegsdienstverweigerern. „Kriegsverräter“ aber warten immer noch auf die vollständige Rehabilitierung.

 (Vergleichen Sie bitte die Presseberichte auf dieser Homepage unter: „Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e.V.“/Presse Neueste Nachrichten BuvO/

1957 hat die Evangelische Kirche in Deutschland ihre „kritische Solidarität mit Soldaten“ im Militärseelsorgevertrag eine institutionelle Gestalt gegeben und dabei beansprucht, mit der Unabhängigkeit der Militärseelsorger Lehren aus der Instrumentalisierung der Militärseelsorge im 1. und 2. Weltkrieg gezogen zu haben. Heute, „mit stark gestiegenen Belastungen, die die Auslandseinsätze der Bundeswehr für die Soldatinnen und Soldaten mit sich bringen, sind auch die Anforderungen an die seelsorgerische wie ethische Kompetenz und Sensibilität der sie begleitenden Militärgeistlichen erheblich gewachsen“, ist in der aktuellen EKD-Denkschrift „Aus Gottes Frieden leben - für gerechten Frieden sorgen“ aus dem Jahr 2007 zu lesen. Der Friedensbeauftragte der EKD Renke Brahms und Uwe Kolesch, Ev. Militärpfarrer mit Auslandserfahrung und Notfallseelsorger, stellen sich dem Gespräch über die kirchliche Begleitung einerseits der Kämpfe um die Rehabilitierung von Soldaten, die Opfer der NS-Militärjustiz wurden, andererseits der heutigen Soldatinnen und Soldaten in ihren aktuellen Konfliktlagen militärischer Gewaltanwendungszwänge. Ludwig Baumann für die historisch orientierte Fragestellung und Hellmut Prieß, der im 1983 gegründeten Arbeitskreis „Darmstädter Signal“ die militärpolitischen Entscheidungen kritisch begleitet, für die aktuellen Problemstellungen, fordern das Gespräch heraus.  



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