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Kapitänleutnant Rudolf Jacobs -Offizier, Deserteur und Partisan – in Italien geehrt, in Bremen vergessen?

Eine Nachbetrachtung zum
ARCHIV-Gespräch
im 'BAMBERGER-Saal'
der Volkshochschule in Bremen
in Kooperation mit der Bremer Volkshochschule
Dienstag        9. Juni        17 Uhr
im Begleitprogramm zur Ausstellung
„Was damals Recht war...“
Soldaten und Zivilisten vor den Gerichten der Wehrmacht

Referent:    Gerd Meyer, M.A.
        Projekt 'Internationale Friedensschule Bremen'
Thema:    Kapitänleutnant RUDOLF JACOBS
        * 26.7.1914, Bremen / + 3.11.1944, Sarzana/Italien
        Ingenieur,Offizier,Deserteur und Partisan
        In Italien geehrt,in Bremen vergessen ?

Rudolf Jacobs entstammt einer Bremer Architektenfamilie.

Im Herbst 1943 wurde er als Kapitänleutnant der verantwortliche Marineoffizier für den Festungsbau in der Hafenstadt La Spezia/Italien. Die von deutschen Besatzungstruppen begangenen Kriegsverbrechen an der italienischen Zivilbevölkerung veranlaßten Jacobs im Herbst 1944, sich der Garibaldi-Brigade 'Ugo Muccini' anzuschließen. Am 3. November 1944 wurde Rudolf Jacobs bei einer Kampfaktion gegen Einheiten italienischer Faschisten in der Stadt Sarzana getötet.

Die Gemeinde in Sarzana ehrte Rudolf Jacobs nach dem Krieg mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft. Gedenktag in Sarzana p.a. im Nov.

Der ital. Staaat verleiht  posthum am 24. Juni 1972 die Silbermedaille  des milit. Verdienstordens.
Die Familie wird seit den 50er-Jahren als Gäste der Gemeinde zu  Gedenkveranstaltungen nach Sarzana eingeladen.
 
In Bremen ist Rudolf Jacobs weitgehend unberücksichtigt geblieben - obwohl z.B. im März 2007 in Brüssel  die Dokumentation des italienischen Autors/Regisseurs Luigi M. Faccini von  der EU-Abgeordneten Marta Vincenzi in der Reihe 'Die kleinen Väter Europas' vorgestellt wurde (An der Veranstaltung nahmen u.a. die deutschen Abgeordneten Martin Schulz/Vs.SPD-Fraktion und Karin Jöns/MdEP, Bremen teil).

1984 wurde im ital. Fernsehen die 90 minütige Filmdokumentation 'Tradimento?'(Verrat?) des Regisseurs A. Giannarelli gezeigt und wiederholt gab es detaillierte Berichte in der  Presse (Die Zeit u.a.) 

Durch Buchpublikationen und Dokumentationen in Film und Fernsehen ist den Menschen in Italien, besonders aber den von Rudolf Jacobs während seiner Militärkommandantur beschützten Menschen , sein Name und sein Schicksal bekannt. Er gilt ihnen als ihr 'Schutzpatron' während des 2. Weltkrieges, und in vielen Wohnungen ist ein Foto von Rudolf Jacobs zu finden.

In seiner Heimatstadt Bremen ist sein Leben und sein Wirken  während der Naziherrschaft hingegen immer noch weitgehend unbekannt.

Als Sohn des bekannten Bremer Architekten Rudolf Jacobs sen. (Haus am Markt, Parkhotel, Norddeutscher Loyd) und dessen Ehefrau Frieda, geb. Rosenthal ( bei der Hochzeit zum evgl. Glauben konvertiert) wurde Rudolf Jacobs jr. im Jahr 1914, Mißlerstraße 10 ( s. Familie Grasshoff seit 1975 , s. Nachbarin der Familie Jacobs lt Frau Grasshoff: Frau Ulrich: 'Sohn(? Rudolf jr.?) war ein 'Tunichtgut') geboren...

Lesen Sie bitte den vollständigen Text in der folgenden PDF-Datei.


Gerd Meyer            Bremen, den 20. Oktober 2009

Internet: http://www.friedensschule-bremen.de
Mail: gerdmeyer@friedensschule-bremen.de

Text in der folgenden PDF-Datei:

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